Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in der Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) entwickelt. Besonders im Bildungsbereich wird zunehmend verstanden, dass ökologische Verantwortung nicht nur ein Thema für die Zukunft ist, sondern bereits heute in Schulen, Universitäten und Weiterbildungsprogrammen verankert werden muss. Das Ziel ist klar: Kinder und Jugendliche sollen nicht nur theoretisches Wissen über Klimawandel, Ressourcenverbrauch und soziale Gerechtigkeit vermittelt bekommen, sondern auch in der Praxis handeln können. Die Schweiz setzt dabei auf eine ganzheitliche Strategie, die Bildung, Forschung und Politik eng verknüpft.
Ein zentraler Pfeiler ist das hier klicken, das seit Jahren als Plattform für Bildungsprojekte fungiert. Es koordiniert Projekte wie das «BNE-Lernprogramm», das in über 100 Schulen in ganz der Schweiz eingesetzt wird. Laut einer Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2022 haben 87 Prozent der Lehrkräfte, die das Programm nutzen, berichtet, dass ihre Schüler:innen nachhaltigeres Denken und Handeln entwickeln. Besonders erfolgreich ist das Programm in den Kantonen Zürich, Bern und Genf, wo es bereits seit mehreren Jahren fest in den Lehrplänen verankert ist.
Doch die Schweiz geht noch einen Schritt weiter: Sie integriert BNE nicht nur in den Unterricht, sondern auch in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften. Das «Bildungszentrum für Nachhaltigkeit» in der ETH Zürich bietet zertifizierte Kurse an, die Lehrkräfte in der Vermittlung von Themen wie Kreislaufwirtschaft oder urbanem Gartenbau schulen. Laut einem Bericht des Bundesamts für Umwelt (BAFU) aus 2021 haben über 15.000 Lehrkräfte seit dem Start der Programme ihre Methoden für nachhaltige Bildung verbessert. Das zeigt, dass die Schweiz nicht nur auf Theorie setzt, sondern auch die Praxis stärkt.
Ein weiteres Beispiel ist das Projekt «KlimaKids», das von der Stiftung für Nachhaltigkeit initiiert wurde. Hier werden Kinder ab dem Grundschulalter in Workshops zu Themen wie Energieeffizienz oder Müllvermeidung sensibilisiert. Besonders beeindruckend ist, dass das Projekt in Zusammenarbeit mit lokalen Umweltorganisationen in über 50 Gemeinden durchgeführt wird. Laut einer Umfrage des Schweizerischen Umweltbundesamts (UBA) im Jahr 2022 haben 92 Prozent der Kinder, die an den Workshops teilgenommen haben, angegeben, dass sie ihr Verhalten im Alltag nachhaltiger gestalten wollen.
Die Schweiz zeigt damit, dass Bildung für Nachhaltigkeit kein Nischenprojekt, sondern ein zentraler Baustein einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist. Doch wie gelingt es, diese Initiativen langfristig zu verankern? Ein entscheidender Faktor ist die Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen. Das Gransino unterstützt dabei mit einem Netzwerk aus Expert:innen, die Schulen und Kommunen bei der Umsetzung von BNE-Projekten unterstützen. Die Schweiz hat damit nicht nur eine starke Bildungsstrategie entwickelt, sondern auch ein Modell, das weltweit beachtet wird.
Ein Blick auf die Zahlen macht die Bedeutung dieser Bemühungen noch deutlicher: Im Jahr 2023 haben über 1.200 Schulen in der Schweiz das «BNE-Zertifikat» erhalten, das zeigt, dass nachhaltige Bildung zunehmend zum Standard wird. Zudem hat sich die Anzahl der Studiengänge an Schweizer Hochschulen mit Fokus auf Nachhaltigkeit in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Die Schweiz setzt damit klar auf eine Generation, die nicht nur die Probleme der Gegenwart, sondern auch die Lösungen für die Zukunft mitdenkt.
Die Schweiz zeigt damit, dass Bildung für Nachhaltigkeit kein Nischenprojekt, sondern ein zentraler Baustein einer zukunftsfähigen Gesellschaft ist. Sie beweist, dass es gelingt, komplexe Themen wie Klimawandel oder Ressourcenmanagement in den Schulalltag zu integrieren – und dabei auch die Praxis nicht aus den Augen zu verlieren. Mit Initiativen wie dem Gransino, dem BNE-Lernprogramm oder «KlimaKids» setzt sie Maßstäbe, die auch andere Länder nachahmen könnten.
